🇵🇰 Tag 7: Ein Moment der Ruhe
Aktualisiert: 21. Apr.
Nach den intensiven und teilweise überwältigenden Tagen zuvor, brauchten wir heute bewusst Abstand.
Nicht, weil weniger passiert ist. Sondern weil zu viel passiert ist.

Ein Schritt zurück
Mein Magen meldet sich inzwischen deutlich. Die letzten Tage haben Spuren hinterlassen.
Deshalb entscheiden wir uns bewusst für einen ruhigeren Tag. Weniger Risiko. Weniger Reize.
Wir gehen in eine Mall. Zum ersten Mal seit unserer Ankunft ein Ort, der sich fast vertraut anfühlt.
Verarbeiten, was passiert ist
Wir nutzen die Zeit, um unser Videomaterial zu sichern und erste Szenen zu sichten.
Viele Momente wirken auf der Kamera fast unwirklich.
Was wir erlebt haben, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Und noch schwerer einordnen.
Dieser Tag ist notwendig, um überhaupt hinterherzukommen.
Spontane Entscheidung am Abend
Am Abend entscheiden wir uns spontan, eine bekannte Moschee zu besuchen. Dieses Mal ohne unsere lokalen Begleiter.
Wir rufen ein Taxi.
Schon beim Einsteigen fällt auf, dass der Fahrer sehr jung wirkt. Während der Fahrt erklärt er uns, dass eigentlich sein Bruder als Fahrer registriert ist und er uns offiziell gar nicht fahren dürfte.
Ein ungewöhnlicher Moment.
Nach kurzer Zeit tauschen die beiden tatsächlich die Plätze und setzen uns anschließend problemlos an der Moschee ab.
Ein besonderer Ort
Am Eingang geben wir unsere Schuhe ab und betreten barfuß den großen Vorplatz.
Einige Menschen beten noch. Die Atmosphäre ist ruhig. Das Bauwerk beeindruckend.
Dann ertönt plötzlich eine Sirene.
Für einen kurzen Moment wirkt es wie ein Alarm.
Doch niemand reagiert hektisch.
Einladung zum Fastenbrechen
Kurz darauf kommt ein Mann auf uns zu und lädt uns zum Iftar ein, dem Fastenbrechen.
Jetzt ergibt die Sirene Sinn.
Wir nehmen die Einladung an, setzen uns auf einen Teppich und bekommen Essen und Getränke gereicht. Kostenlos.
Ein stiller, besonderer Moment.
Aufmerksamkeit, die zu viel wird
Doch wie so oft bleiben wir nicht lange unbemerkt.
Immer mehr Menschen drehen sich zu uns um. Erste fragen nach Fotos. Dann werden es mehr.
Das Gedränge wächst.
Ich merke, wie sich ein Unwohlsein entwickelt.
Schließlich greift jemand ein, schafft Abstand. Kurz darauf werden wir freundlich gebeten, die Moschee zu verlassen, da wir zu viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben.
Wir respektieren das und gehen.
Ein ruhiger Tag, der keiner war
Auf dem Rückweg wird klar:
Auch ein ruhiger Tag in Pakistan ist nicht wirklich ruhig.
Zu viele Eindrücke. Zu viele Situationen, die man so nicht kennt.
Tag 7 ist weniger intensiv – und gleichzeitig notwendig, um alles andere überhaupt greifen zu können.




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