🇵🇰 Tag 1: Pakistan und seine Menschen
- Patrick Legun

- 3. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Apr.
Tag 1 in Pakistan liegt hinter mir. Gemeinsam mit meinem Videografen Julian bin ich heute in eine Welt eingetaucht, die gleichzeitig überwältigend und berührend ist.

Ankunft in Lahore
Wir sind in Lahore angekommen. Mit rund 11 Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt Pakistans und zugleich eine der Städte mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Der Smog kratzt im Hals, die Augen tränen. Verkehrsregeln wirken hier eher wie Empfehlungen und das urbane Chaos ist allgegenwärtig.
Erste Begegnungen
Im Stadtzentrum werden wir sofort bemerkt. Touristen sind hier selten. Eine Kamera noch seltener. Die Blicke kommen von allen Seiten, bei jedem Schritt. Doch sobald man den Menschen zulächelt, passiert etwas Bemerkenswertes: Die meisten lächeln warm zurück. Einige kommen sogar auf uns zu, reichen die Hand und heißen uns willkommen.
Straßenhändler laden uns ein, unbedingt von ihrem Essen zu probieren. Ihre Freude ist ehrlich und ansteckend. Gleichzeitig meldet sich mein europäischer Magen mit Skepsis. Essen in der Sonne. Wasser, das nicht unseren Hygienestandards entspricht. Ehrlich gesagt, ich war unsicher. Aber Stand jetzt: Tag 1 hat mein Magen überlebt.
Leben auf engstem Raum
Am Abend sind wir bei einer christlichen Familie eingeladen. Beim Betreten der Wohnung wird schnell klar, wie wenig Raum hier zum Leben bleibt. Im Eingangsbereich stehen mehrere Kühe, direkt neben der Toilette, einem einfachen Loch im Boden. Nur wenige Meter weiter befindet sich der zweite Raum. Dort wird gekocht. Dort wird geschlafen. Eine fünfköpfige Familie teilt sich ein geflochtenes Bett. Mehr gibt es nicht.
Gastfreundschaft
Frisch gezapfte Milch. Essen. Offene Herzen.
Schnell spricht sich im Viertel herum, dass wir da sind. Weil hier noch nie eine weiße Person zu Gast war, werden wir plötzlich von Familie zu Familie eingeladen. Zum Glück sind unsere lokalen Begleiter an unserer Seite und kennen die Menschen vor Ort.
Wir laufen durch dunkle, unbeleuchtete Straßen. Kinder spielen noch draußen. Straßenhunde ziehen vorbei. Dazwischen Müllflächen mitten im Wohngebiet.
Teilen, obwohl man kaum etwas hat
Und überall das Gleiche: Jede Familie möchte uns etwas anbieten. Etwas teilen. Obwohl sie selbst kaum etwas besitzen.
Lehnt man ab, spürt man sofort ihre Enttäuschung. Also nimmt man zumindest einen kleinen Bissen.
Erkenntnis des Tages
Was der heutige Tag wieder einmal bestätigt:
Die größte Gastfreundschaft kommt oft von den Menschen, die am wenigsten haben.
Tag 1 endet mit viel Demut.
Updates folgen.


Kommentare